19. Jahrhundert

  • 1836_Fliedner
  • 1836_Ross
  • 1857_Altenberger_Dom

 

1801 (9.2.)

Frieden von Lunéville: Die linksrheinischen Gebiete werden der frz. Republik angegliedert.

1802 (8.4.)

Die "Organischen Artikel" regeln das Verhältnis von Kirche und Staat. Es müssen ref. und luth. Konsistorialkirchen mit jeweils 6000 Gemeindegliedern gebildet werden. Sie werden von Lokalkonsistorien geleitet (ein Pfarrer und sechs bis zwölf Notablen). Fünf Konsistorialkirchen bilden eine Synode.

1803 (25.2.)

Reichsdeputationshauptschluß: Neben den Reichsbistümern, Reichsabteien (Essen, Werden) und Reichsstädten werden auch drei Kurfürstentümer säkularisiert bzw. mediatisiert: Kurköln, Kurtrier und die Kurpfalz.

1803 (5.3.)

Napoleon dekretiert die Einführung des "Civilgesetzbuches" in den linksrheinischen Gebieten. Im Großherzogtum Berg gilt es ab 1.1.1810.

1805 (31.8.)

"Décret impérial relatif aux traitements" Napoleons, jedem Pfarrer ein Mindestgehalt von 500, bei über 3000 Gemeindegliedern 1000 und den "Pasteurs présidens des églises consistoriales" 1500 Franken als Staatsgehalt zu zahlen.

1805 (16.12)

Im Vertrag von Schönbrunn (bei Wien) tritt Preußen den rechtsrheinischen Teil von Kleve, der Bayer Maximilian Josef das Hz. Berg an Frankreich ab. Düsseldorf wird Hauptstadt des Großherzogtums Berg.

1806 (16./17.3.)

Gründung des Rheinbundes

1806 (15.3./12.7.)

Joachim Murat, Schwager Napoleons, wird Großherzog von Berg.

1811 (17.12.)

Gründung der Landesuniversität Düsseldorf, die Herborner Hohe Schule (gegr. 1584) verliert dadurch an Bedeutung.

1814

Gründung der Wuppertaler Traktatgesellschaft

1814

Die linksrheinischen Departements werden infolge der Befreiungskriege nach dem Willen der Verbündeten in zwei Generalgouvernements eingeteilt: Niederrhein und Mittelrhein. Im rechtsrheinischen Generalgouvernement Berg wird für beide Bekenntnisse ein Oberkonsistorium in Düsseldorf eingerichtet, bestehend aus zwei geistlichen und zwei weltlichen Räten. Die bisherigen Klassen und Synoden werden aufgehoben, die Gemeinden in vier Inspektionen (ref.: Düsseldorf, Elberfeld, Lennep und Mülheim, luth.: Düsseldorf, Elberfeld, Mülheim und Gummersbach) eingeteilt.

1814 (13.7.)

Gründung der Bergischen Bibelgesellschaft

1815 (5.4.)

Friedrich Wilhelm III. nimmt die rheinischen Gebiete für Preußen in Besitz ("Besitzergreifungspatente").

1815 (31.5.)

In einem Tauschvertrag tritt Preußen die nassauisch-dillenburgischen Gebiete an Nassau ab und erhält im Gegenzug Gebiete um Neuwied, Altenkirchen, Wetzlar (Kreisgemeinden Braunfels und Wetzlar).

1816 (22.4.)

Für die Provinz Großherzogtum Niederrhein wird in Koblenz, für die Provinz Jülich-Kleve-Berg in Köln ein Konsistorium errichtet.

1817

Aufhebung der Universität in Duisburg

1817 (27.9.)

Kabinettsorder Friedrich Wilhelms III. zur Einführung der Union, bis 1850 weitgehend durchgeführt.

1818

Ernst Moritz Arndt wird Professor in Bonn.

1818 (10.-13.11.)

Erste Provinzialsynode Jülich-Kleve-Berg in Duisburg, Präses: Wilhelm Johann Gottfried Roß.

1819 (20.4.)

Erste Provinzialsynode des Großherzogtums Niederrhein

1822

Einführung der überarbeiteten Agende

1822

Vereinigung der beiden Provinzen zur Rheinprovinz. Koblenz wird Sitz des Oberpräsidenten.

1826

Theodor Fliedner gründet die Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft

1826 (16.2.)

Die beiden Konsistorien in Köln und Koblenz werden vereinigt; Sitz: Koblenz. Es besteht aus dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz, aus drei Räten und dem Justitiar.

1828 (7.2.)

Durch Kabinettsorder wird das Amt des Generalsuperintendenten geschaffen. Dienstanweisungen werden am 14.5.1829 und 31.5.1836 erlassen.

1828 (23.9.)

Gründung der Rheinischen Missionsgesellschaft

1830 (4.4. u. 30.4.)

Erneuter Unionserlaß Friedrich Wilhelms III. anläßlich der 300-Jahr-Feier der Augsburger Konfession. Die Bezeichnungen "reformiert" und "lutherisch" sollen gegen "evangelisch" ausgetauscht werden.

1832

Gründung des Gustav-Adolf-Vereins

1834 (15.8.)

Mit dem Kauf des Fürstentums Lichtenberg kommt der Kkr. St. Wendel zur Rheinprovinz

1834 (19.4.)

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen bestätigt die "Agende mit besonderen Bestimmungen und Zusätzen für die Provinz Westfalen und die Rheinprovinz"

1835 (5.3.)

Durch königliche Verordnung wird die "Kirchenordnung für Westfalen und die Rheinprovinz" eingeführt.

1835 (19.-29.8.)

Erste rheinische Provinzialsynode

1836 (13.10.)

Theodor Fliedner eröffnet die Diakonissenanstalt zu Kaiserswerth. Sie wird am 10.11.1848 durch die Regierung genehmigt.

1836 (7.2.)

Ernennung von Wilhelm Johann Gottfried Roß zum Generalsuperintendenten für die Provinzen Rheinland und Westfalen.

 1837

Emil W. Krummacher u.a. gründen die Evangelische Gesellschaft für die protestantischen Deutschen in Amerika ("Langenberger Verein").

1837/1838

Kölner Streit um die Mischehen

1842

Der Ev. Verein der Gustav-Adolph-Stiftung wird 1842 in Leipzig gegründet. Seit 1843 gibt es im Rheinland Zweigvereine (später 31 Zweigvereine).

1842 (1.12.)

Gründung des "Westdeutschen Vereins für Israel" in Köln

1844

Theodor Fliedner weiht die Diakonenanstalt Duisburg ("Rheinisch-Westfälische Pastoralgehilfen-Anstalt Duisburg") ein.

1845

Franz Friedrich Graeber gründet die Rheinisch-Westfälische Pastoralhilfsgesellschaft in Barmen.

1845 (27.6.)

Friedrich Wilhelm IV. hebt die kirchlichen Befugnisse der Regierungen auf und überträgt sie auf das Konsistorium.

1846

Der ev. Buchdrucker Johann Kehr (†1867) gründet das Stift St. Martin in Koblenz zunächst für verwahrloste Kinder, dann ev. Krankenhaus.

1848/1849

Ausbruch der Pariser Revolution (24.2.); Unruhen im Rheinland: 2. und 3. März: Köln, Aachen, Trier, Elberfeld, Düsseldorf; November-Unruhen, Maiaufstand in Elberfeld

1848 (21.-23.9.)

Erster Kirchentag in Wittenberg

1848 (8.10.)

Der Ronsdorfer Pfarrer Gerhard Dürselen gründet den "Westdeutschen Jungmännerbund".

1849 (Juni)

Moritz August von Bethmann-Hollweg, Isaak August Dorner und Wilhelm Krafft gründen in Bonn den "Provinzial-Ausschuß für Innere Mission".

1849 (10.9.)

Ludwig Diestel gründet in Bonn den studentischen "Evangelisch-Theologischen Verein"

1850 (31.1.)

Preußische Verfassung (zwei Kammern, Dreiklassenwahlrecht)

1850 (12.3.)

König Friedrich Wilhelm IV. vereinigt die beiden Hohenzollernschen Fürstentümer Hechingen und Sigmaringen mit Preußen. Sie werden bis zum 31.3.1950 von der rheinischen Kirchenprovinz verwaltet.

1850 (29.6.)

Kabinettsorder Friedrich Wilhelms IV. zur Errichtung des Ev. Oberkirchenrats (EOK) in Berlin. Ab 28.11.1876 gibt der EOK das "Kirchliche Gesetz- und Verordnungs-Blatt" (KGBl.) heraus.

1851 (22.9.)

Gegen die Gefahren seitens der Kath. Kirche gründet der Elberfelder Pfarrer Immanuel Friedrich Emil Sander den "Protestantischen Verein".

1851 (30.9.)

Einweihung des von Pfarrer Julius Reuss gegründeten Rettungshauses für gefährdete Kinder "Auf'm Schmiedel" bei Simmern.

1853

Der Trierer Bischof Arnoldi verschärft die Mischehenfrage, indem er Dispense zur Genehmigung von Mischehen nicht mehr erteilt.

1853 (13.6.)

Revidierte Kirchenordnung

1854

Gründung des Theologischen Stifts der Bonner Fakultät

1854 (Mai)

In Bonn wird die erste "Herberge zur Heimat" eröffnet.

1854 (1.-3.10.)

Regulative zur Vereinheitlichung des Volksschulwesens

1855 (25.11.)

Zusatz zur revidierten Kirchenordnung von 1853: Feststellung des Bekenntnisses und der Union

1856ff

"Ev. Gemeindeblatt aus und für Rheinland und Westfalen"

1857 (3.7.)

Der Altenberger Dom wird simultan (Kabinettsordre vom 15.9.1856).

1859 (10.-28.9.)

Die 10. Provinzialsynode verabschiedet den "Unionskatechismus".

1860 (1.7.)

Das Konsistorium der Ev. Kirche der Rheinprovinz gibt das "Kirchliche Amtsblatt" heraus.

1866

Das hessen-homburgische Amt Meisenheim wird an das siegreiche Preußen abgetreten.

1872 (11.3.)

Schulaufsichtsgesetz

1874 (1.10)

Einführung der Zivilstandsregister in Preußen (in den nicht-besetzten frz. Gebieten)

1876 (28.7.)

Durch königliche Verordnung erhalten die oberrheinischen Kirchengemeinden das Recht, abwechselnd mit der Kirchenleitung ihre Pfarrstellen durch Gemeindewahl zu besetzen (Kirchengemeindeordnung).

1882

Gründung des Vereins für christliche Volksbildung in der Rheinprovinz und in Westfalen in Bonn

1886

Gründung des "Kirchlichen Monatsblatts" unter Pfarrer Ernst Kühn

1887

Gründung des Evangelischen Bundes

1888

Auf Anregung Kaiser Wilhelms II. und unter Protektorat von Kaiserin Auguste Viktoria wird der Evangelisch-kirchliche Hilfsverein im Rheinland gegründet.

1889

Hugo Reich gründet die Diakonieanstalten Bad Kreuznach in Sobernheim als Zweites rheinisches Diakonissenmutterhaus, 1899 nach Kreuznach verlegt.

1889

Heinrich Spitta gründet den Rheinischen Kirchengesangverein

1893

Das "Ev. Gesangbuch für Rheinland und Westfalen" erscheint bei W. Crüwell in Dortmund.

1893 (1.7.)

Der Vorstand der Provinzialsynode wird aufgestockt (Präses, zwei Geistliche, zwei Älteste) und vertritt nun die Synode zwischen ihren Tagungen (Kirchengesetz).

1895 (10.11.)

Die Preußische Generalsynode stimmt der Agende zu, deren Entwurf 1893 im Rheinland diskutiert wurde.

1896 (18.4.)

Eröffnung des "Studienhauses" der Barmer "Vereinigung der Freunde des kirchlichen Bekenntnisses"

1898 (2.7.)

Vereinheitlichung der Pfarrbesoldung: Mindestjahresgehalt 1800 Mark, Höchstgehalt 4800 Mark.